

Kiel, 6. Februar 2004
Geplante Streichung von wesentlichen Programmbereichen der VHS Kiel
Hier: Offener Brief von Kursleitelnnen an der VHS Kiel
Sehr geehrte Frau Schramm-Klostermann,
für die Übersendung eines Exemplares Ihres offenen Briefes an die Oberbürgermeisterin danke ich Ihnen herzlich. Ich habe ihn mit Interesse gelesen. Wie Sie sicherlich den Kieler Nachrichten entnommen haben, hat Kulturdezernent Dr. Rethage eine neue Vortage zur Strukturreform der VHS in den Kulturausschuss eingebracht, wonach die VHS zukünftig weitgehend selbst über das Programmangebot entscheiden soll. Damit ist die ursprünglich als Ergebnis der Portfolio-Untersuchung vorgeschlagene Streichung bestimmter Programmbereiche vom Tisch.
Gleichwohl sieht aber auch die neue Vortage zur Strukturreform der VHS vor, dass durch eine Straffung der Aufbau- und Ablauforganisation ab dem Jahre 2009 eine jährliche Einsparung von 320.000 Euro erreicht wird. Zwar ist diese neue Vortage zur Strukturreform der VHS in der Sit-zung des Kulturausschusses am 27. Januar 2004 einstimmig vertagt worden, dennoch gehe ich davon aus, dass noch im ersten Halbjahr 2004 eine Entscheidung über die Strukturreform von der Ratsversammlung getroffen wird.
Ich habe großes Verständnis dafür, dass Sie sich für den Erhalt der Volkshochschule in der bisherigen Form einsetzen. Aber ich muss Ihnen auch ehrlich sagen, dass die Landeshauptstadt Kiel bei einem aktuellen Haushaltsdefizit von über 60 Mio. Euro zukünftig das derzeitige, qualitativ hochwertige Angebot der VHS für alle Bereiche der Erwachsenenbildung nicht mehr wird bezah-len können. Alle Bereiche der städtischen Verwaltung und alle städtischen Angebote werden auf Einsparungsmöglichkeiten untersucht werden müssen. Dazu wird auch die Volkshochschule ihren Beitrag leisten müssen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich als Kommunalpolitiker diese Entscheidung nicht gerne treffen werde, aber sie wird unumgänglich sein.
