Aktionstag der Aktion Butterbrot
(5. Dezember 2003) am Gasteig, München


Kurzbericht

Das Ziel des Aktionstags von Aktion Butterbrot am 5. Dezember war: Protest aller DaF-DozentInnen gegen das neue Konzept des staatlich geförderten Sprachunterrichts für Zuwanderer. Dieses Konzept schließt bekanntlich die bisherigen Kursteilnehmer aus der Förderung aus, setzt die Träger unter hohen finanziellen und verwaltungsmäßigen Druck und reißt tendenziell die bisherige Untergrenze der Kursleiterhonorare ein. Bei dem Protest nahmen DozentInnen und Schüler aller sieben Münchner Sprachschulen mit subventionierten Kursen teil. Von allen Trägern, mit Ausnahme der VHS, wurde der Aktionstag als Exkursion angemeldet und den KursleiterInnen Honorarfortzahlung zugesichert. Zu den drei Kundgebungen waren Vertreter der Münchner Grünen, des Ausländerbeirats und der GEW eingeladen. Presse war bereits verständigt worden.

Der Tag, der um 10.00 Uhr begann und um 19.30 endete, bestand aus drei Schichten. Die KursleiterInnen kamen mit ihren Schülern in der jeweiligen Unterrichtszeit und lösten die KollegInnen der vorhergehenden Schicht ab. Sprecher bei den Kundgebungen waren u.a. Florian Roth, Geschäftsführer des Stadtverbandes der Münchner Grünen, Monika Prestel vom Münchner Ausländerbeirat, Joachim Graf, Geschäftsführer des Münchner Stadtverbandes der GEW. Am Tag nach dem Aktionstag erschien ein Bericht mit Foto in der Münchner Merkur.

In seiner Rede gab Florian Roth bekannt, dass ein Teil der Forderungen von Aktion Butterbrot an Berlin weitergeleitet und überdies im Koalitionsvertrag der rotgrünen Regierung aufgenommen worden seien. Dazu gehören die Forderung nach mehr Mittel insgesamt für die geförderten Sprachkurse, nach weniger Bürokratie, nach einer Festschreibung der momentanen Untergrenze der KL-Honorare, nach Integration für alle, auch die sog. "Altfälle", und nach Kinderbetreuung für Kursteilnehmerinnen mit Kindern. Auf diese Bekanntgabe reagierten wir mit der Forderung, dass auf die guten Worte auch Taten folgen müssten. Insgesamt bewerten wir diese neuerliche Anerkennung unserer Forderungen seitens der Politik als Ergebnis unserer wiederholten Kontaktaufnahme mit den Grünen und mit Marieluise Beck seit mehr als einem Jahr.

Auf dem Forum und an der großen Freiplastik vor dem Gasteig waren überall unsere Plakate zu sehen. Besonders eindrucksvoll war, wie sich die Schüler eingebrachten: mit wiederholten Parolen, kurzen Redebeiträgen und Auseinandersetzungen am Mikro mit den eingeladenen Politikern. Somit brachten wir einen zweistimmigen Protest zum Ausdruck. Der Aktionstag wurde zum Protestforum für sowohl Schüler als auch Lehrer. Bemerkenswert war nur, dass bei den Kundgebungen die Träger nicht vertreten waren, trotz wiederholter Einladung.

Pravu (Aktion Butterbrot)