Ausladung von der Sitzung des Kulturausschusses
der Stadt Kiel am 28. Mai 2002


Kiel, 24. Mai 2002


Frau Magret Schramm-Klostermann hat mich telefonisch unterrichtet, daß unsere Anhörung vor dem Kulturausschuß der Stadt Kiel am 28. Mai 2002 abgesagt wurde. Wer hinter den Kulissen hier der Drahtzieher war, ist schwer zu belegen, aber es scheint möglich, daß gewisse Personen ein Interesse daran haben, daß am 28. Mai keine unangenehmen Dinge über die Situation der Kursleiter an der VHS Kiel – und damit ja an der VHS insgesamt – zur Sprache kommen.

Fraglich ist auch, ob eine so kurzfristige Verschiebung (unsere Anhörung soll nun am 18. Juni 2002 über die Bühne gehen, unter einem ganz anderen Tagesordnungspunkt) der Tagesordnung nicht zu beanstanden wäre – wer Informationen über die verbindlichen Regularien des Kulturausschusses hat, möge sie mir bitte zumailen. Solange wir keinen Überblick über den rechtlichen Rahmen der Veranstaltungen des Kulturausschusses haben, kann man uns viel erzählen, viel mit uns machen; Wissen ist Macht.

Aus dem Büro des zuständigen (ohnehin nur ersatzweise – kommissarisch – eingesetzten) Amtsleiters waren, so hat es den Anschein, kryptische Andeutungen zu vernehmen, die darauf schließen lassen, daß den zuständigen Personen unsere geplante Anhörung entweder entfallen oder vielleicht ja auch als potentiell derart unbillverheißend angesehen wurde, daß wir komplett von der Tagesordnung gestrichen wurden. Es möge ja kein Schatten auf die Amtsführung der Verantwortlichen und die Zustände unserer VHS fallen... Dabei ist diese Art des Umgangs miteinander auch kein Einzelfall, sondern inzwischen leider schon symptomatisch für die Behandlung, die die VHS seitens der Stadt Kiel erfährt.

Wir wünschen uns jedenfalls, daß Sie nun – erst recht – am 18. Juni zur Sitzung des Kulturausschusses im Magistratssaal erscheinen und dort vielleicht auch ordentlich Luft ablassen!


Viele Grüße
Michael Kuyumcu



Eine Ergänzung dazu und ein Erklärungsversuch von Magret Schramm-Klostermann: Während der Sitzungen des Kulturausschusses hat primär der Dezernent das Rederecht. Er erteilt per Tagesordnungspunkt den Gästen, die zu diesen TOPs eingeladen sind, das Wort. So geschehen auch in den letzten Sitzungen, in denen ein TOP »portfolio-Analyse an der VHS Kiel« lautete. Wer von den Fachbereichsleitern unter diesem TOP jeweils sprechen sollte, wurde hausintern (also in der VHS) festgelegt.

Da in den Fachbereichen DaF und Fremdsprachen die schlechte Bezahlung und die hohe Fluktuation unter den Lehrkräften ein besonderes Problem darstellt, sollten in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu diesen beiden Fachbereichen die Honorarkräfte zu Wort kommen. So war es auf Fachbereichsleiterebene beschlossen; dieser Beschluss muss aber in den Vorgesprächen, die zwischen der kommissarischen Leitung der VHS und dem Dezernat stattfinden, vorgebracht und vertreten werden. Was offensichtlich nicht erfolgt ist! Dem Kulturausschuss und dem Dezernat ist keinerlei Schuld anzulasten, schlecht vertreten wurden die Interessen der Honorarkräfte von der eigenen VHS-Leitung!

Bei einem Telefonat mit Herrn Lundszin, dem persönlichen Referenten von Herrn Rethage, bin ich auf sehr viel Verständnis und Entgegenkommen gestoßen. Rein theoretisch ist der Kulturausschuss nämlich nicht verpflichtet, sich um unsere Belange zu kümmern, da wir keine städtischen Angestellten sind. Die von mir vorgebrachten Fakten haben ihn aber überzeugt, dass wir unsere Problematik auf dieser Ebene zur Sprache bringen sollten. Sein Vorschlag war es, gemeinsam mit dem Personalrat (der ja auch uns Honorarkräfte vertritt) am 18. Juni zu reden. Seine Begründung ist auch einleuchtend: Die bisherigen Präsentationen der Fachbereiche dienten dem Zweck, die einzelnen Produktgruppen der VHS vorzustellen, um den Kulturausschussmitgliedern eine Bewertungsgrundlage zu verschaffen für die demnächst durchzuführende Gewichtung der einzelnen VHS-Ziele. Unsere Problematik liegt ja außerhalb dieser Zielsetzung und ist eher eine Personal-Angelegenheit. Daher jetzt auch die Kombination mit dem Auftritt des Personalrats. Die Umlegung hat eine gute Seite: Wir sind jetzt doppelt abgesichert. Erstens habe ich die 100-prozentige Zusage des Referenten, dass wir am 18.Juni Redezeit bekommen, und zweitens sind wir durch den Personalrat abgesichert, der uns auf jeden Fall – wenn alle Stricke reißen – innerhalb ihres eigenen TOPs zu Wort kommen lassen werden. Diesbezüglich habe ich die feste Zusage der Vorsitzenden des Personalrats, Frau Brandenbusch-Geiser.

Jetzt heißt es nur noch, die Kolleginnen und Kollegen erneut zu mobilisieren, diesmal für Dienstag, 18. Juni, 16.00 Uhr, im Ratsherrensaal (bitte beachten, die Sitzung ist diesmal nicht im Magistratssaal!)

Viele Grüße
Magret