Protokoll vom 30. April 2002
des Kulturausschusses der Stadt Kiel

30. April 2002


Sowohl Herr Mikschl bei der Vorstellung seines Fachbereichs »2.Bildungsweg / Start in den Beruf« als auch Frau Burchardt-Dose bei der Vorstellung des FB »Deutsch als Fremdsprache« haben auf die gesellschaftspolitische Bedeutung ihres Angebots hingewiesen: Der »2.Bildungsweg« ist der einzige Anbieter in der Stadt Kiel für den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses. Der Prozentsatz derjenigen, die den Lehrgang erfolgreich beenden, ist vergleichsweise hoch.

Ein weiterer Erfolg ist der Aufbau des »Kieler Forum Weiterbildung«, einem Verbund von 22 Kieler Institutionen der Weiterbildung, deren Servicestelle sich in der VHS befindet. Die bisher in der Abteilung durchgeführten Kurse »Deutsch für Aussiedler«, finanziert durch das Bundesarbeitsministerium und den Garantiefonds des Bundes, erfahren im kommenden Jahr durch die Sprachkursreform im Rahmen des neuen Zuwanderungsgesetzes eine Veränderung. Auch diese Teilnehmer erhalten in Zukunft, wie viele der DaF-Teilnehmer, ein Scheckheft mit Gutscheinen für Sprachkurse, Prüfungen und sozialpädagogische Betreuung. Um Synergieeffekte zu nutzen und Kosten zu reduzieren, streben die beiden Fachbereichsleiter eine stärkere Zusammenarbeit oder gar eine Zusammenlegung der beiden Fachbereiche an.

Der Bereich DaF ist der einzige Anbieter mit einem so breit gefächerten und seit Jahren erfolgreich durchgeführten Programm. Acht Mal pro Jahr beginnen auf allen acht Niveaustufen der Grundstufe neue Kurse, zwei Mal pro Jahr die Kurse der Mittelstufe und ein Mal die Vorbereitung auf das KDS. Zudem erfahren die Teilnehmer in den Beratungsstunden umfassende Informationen über den für sie sinnvollsten Kursplan und eine Zuordnung zu einem Kurs ihres Niveaus. Die Abteilung bietet ebenfalls mehrfach jährlich die Möglichkeit an, die Prüfungen »Zertifikat« oder »Zentrale Mittelstufenprüfung« abzulegen. Frau Burchardt-Dose wies darauf hin, dass dieses anspruchsvolle Programm nur mit Hilfe engagierter, gut ausgebildeter Lehrkräfte durchzuführen sei, die neben der Unterrichtstätigkeit auch noch die Bereitschaft zur Durchführung der Prüfungen sowie die Einarbeitung der neuen Kolleginnen/Kollegen leisten müssten. Sie nannte zwei große Problempunkte: Erstens sei angesichts der seit Jahren stark steigenden Teilnehmerzahlen die Arbeit mit den z. Z. 1,5 Stellen an pädagogischen Mitarbeitern nicht zu schaffen, zweitens fällt es wegen der völlig unzureichenden Honorarhöhe schwer, die eingearbeiteten Honorarkräfte zu halten oder neue, gut ausgebildete zu gewinnen. Sowohl die klare und überzeugende Darstellung, die Pläne zur Kooperation und damit zur Kostendämpfung als auch die in den Abteilungen erzielten Erfolge fanden bei den Mitgliedern des Kulturausschusses große Anerkennung. Herr Dr. Rethage wies darauf hin, dass die Betrachtung der VHS im Rahmen des portfolio-Managements zeigen solle, ob die Schwerpunkte von »gestern« auch die Schwerpunkte von »morgen« sein könnten. Er könne sich gut vorstellen, dass die in der heutigen Sitzung vorgestellten Schwerpunkte eine starke Gewichtung durch den Kulturausschuss erfahren. Frau Kohrs-Heimann (SPD-Fraktionssprecherin im Kulturausschuss) versprach, die Honorarfrage »im Herzen zu bewegen«.


Magret Schramm-Klostermann